Energiesparen

am 04. Mai 2010 unter Wo isses Hirn? abgelegt

Powertop ist ja ein ganz tolles Werkzeug unter Linux: Es analysiert den Stromverbrauch des Rechners und der angeschlossenen Geräte und macht dann Vorschläge, was man zum Energiesparen umkonfigurieren soll. Der Vorschlag “USB Suspend aktivieren” hilft allerdings  nur bedingt: Die Maus ist dann halt aus.

typedef long long int longbool;

am 21. April 2010 unter Sonstiges abgelegt

C für Frauen. Da passen alle Varianten von “vielleicht” rein.

Motto

am 24. März 2010 unter Sonstiges abgelegt

Wer den eigenen Untergang nicht als Problem sieht, kommt in Verhandlungen deutlich weiter.

Mission accomplished.

am 23. März 2010 unter Sonstiges abgelegt

RDS-TMC signiert keine Daten

Noch Fragen?

High-Tech-Standort .de

am 15. März 2010 unter Sonstiges abgelegt

Ich habe den ganzen Tag mit High-Tech-Geräten zu tun: Edle Messgeräte und HF-Technik auf der Arbeit, WLAN-APs und Router beim Bürgernetz-Verein, Fernseher und DVD-Player in der Freizeit. Ein Großteil der gängigen Technik kommt aus Fernost und das meint schon lange nicht mehr nur die Fertigung, sondern auch die Entwicklung. Japan ist allgemein dafür bekannt, aber gerade auch Süd-Korea ist dabei, sich einen soliden Namen zu machen.

Noch ist es aber so, daß man das Gefühl hat, etwas besonders Gutes in der Hand zu halten, wenn der Hersteller mit dem Label “Made in Germany” wirbt. Inzwischen leben die Hersteller (meiner Erfahrung und Meinung nach) aber auch nur noch vom Ruf – und sind dabei, letztlich auch noch den zu ruinieren. Beispiele gefällig? Kein Ding:

  • R&S Messgeräte
    R&S ist quasi der größte Luxus, den es auf dem Messgeräte-Markt gibt. Die Teile, die unter fünfstellig kosten, sind normalerweise nur die Netzteile für die Sachen, die teurer sind.
    Das hindert dort aber niemanden daran, ein DVB-Messgerät zu bauen, das bei Abwesenheit der PAT (das ist eine Tabelle im DVB, die die verschiedenen Programme auflistet) zu melden, daß kein Stream anliegt. Vollkommen egal, ob im Stream 20 Programme enthalten und vorhanden sind und ein Sat-Receiver das ohne Probleme anzeigt – das 40k-Euro-Messgerät kennt in diesem fall nur totale Leere. Wir haben uns ein primitives Linux-Tool gehackt, das besser funktioniert.
  • Lancom WLAN APs
    Seit Jahren wurden nur zusätliche Funktionen angebaut, aber kaum Fehler behoben. Das Menü ist vollkommen chaotisch, Funktionen sind nur für erfahrene Benutzer zu finden. Ein Firmware-Update endet in 30% der Fälle damit, daß man das Gerät physikalisch vor Ort wiederbeleben muß. Linkstrecken brechen zusammen und kommen nach exakt(!) 30 Minuten wieder – ohne erkennbaren Grund. Ein ordentlicher Teil der Bürgernetzausfälle geht auf das Konto von schlechter Software in diesen Geräten.
    Der Verein besitzt mehr als 60 Stück, Anschaffungspreis je nach Funktionen zwischen 300 und 400 Euro. Man könnte denken, daß das ausreicht, um beim Melden von Bugs ordentlichen Support zu bekommen – denkste. Außer Hinhalterei kaum ein Ergebnis.
    Inzwischen haben wir unsere eigenen APs auf Basis von Linux entwickelt.
  • Funkwerk Router
    Beim Bürgernetzverein hängen drei DSL-16000 an einem Funkwerk-Router, der die Last gleichmäßig verteilen soll. Das ist keine ganz einfache Aufgabe, aber laut Dokumentation sollte er es schaffen. Je nachdem, wie viele unserer Mitglieder gerade BitTorrent und andere P2P-Protokolle benutzen, kann man dem Gerät beim Crashen zuschauen. Falls sich Mitglieder über häufige Verbindungsabbrüche wundern (z.B. im IRC alle paar Stunden), dann ist der Hund hier begraben.
  • Technisat Festplattenrekorder
    Auf der Packung stehen Funktionen, die das Gerät einfach nicht beherrscht – bzw. erst mit einer zukünftigen Firmware beherrschen wird. Falls die jemals kommt. Die Netzwerkverbindung ist wackelig, Windows-Rechner findet das Teil nur bei schönem Wetter. Videos vom Windows-Rechner abspielen funktioniert nur mit reichlich gutem Zureden. Richtig lächerlich ist aber die Möglichkeit, Videos von der internen Festplatte auf einen PC umzulagern und später wieder zurückzuspielen. Wehe, an der Datei hat sich nur ein Byte geändert – dann kann die Box sie nicht mehr abspielen weil die Datenbank mit Sprungpunkten, etc. in der Box verbleibt. Was für ein Pfusch…
  • Gigaset
    Wir hatten im Büro eine Gigaset-Basisstation, die ca. einmal pro Stunde einfach abgestürtzt ist. Alle Handteile haben dann keinen Empfang gemeldet um ein paar Sekunden später – oh Wunder! – wieder die gleiche Basis zu finden. Weil Computer in Filmen ja dauernd piepsen, haben die Handteile dann jedesmal ein glückliches Gluckern von sich gegeben. Früher mußte man Siemens kaufen, wenn man ein gescheites DECT-Telefon wollte – das hat sich lange erledigt. Aber Gigaset wurde ja verkauft.
  • AVM
    Nachdem wir die Gigaset-Basis rausgeschmissen haben, kam das Top-Modell der Fritz!Box ins Haus – mit eingebauter DECT-Basis. Jetzt kann ich sogar die Firmware-Version im DSL-DSLAM in der Vermittlungsstelle anzeigen – Nebenstellennummern für die DECT-Teile kann ich aber nicht von Hand verteilen. Wenn ich ein neues Handteil einbuche, bekommt es von der Box eine Nummer zugeteilt und die ist es dann – änderbar ist die nicht. Im Büro-Einsatz ist das komplett lächerlich. (Nach langem Herauslöschen und Neuanlegen von Handteilen haben die Dinger jetzt Nummern, mit denen wir leben können…) Außerdem dachte jemand bei AVM, daß Traffic-Management ganz toll ist, wenn VoIP auch dann gehen soll, wenn gerade ein großer Download läuft. Dumm nur, daß SSH mit allerhöchster Priorität läuft – wenn man mit SCP Dateien über den DSL kopiert geht KEIN EINZIGES anderes Paket mehr über den Link. Nullkommanull. Im Zweifelsfall stundenlang. Was für Amateuere…
  • Mercedes
    Ein Kollege wollte ein neues Auto und begab sich daher auf Probier-Tour bei den Autohäusern in Würzburg. Logischerweise kam er dabei auch bei den Jungs mit dem Stern vorbei. Wichtiges Feature für sein Traum-Auto: Ein IPod-Interface, bei dem man im Autodisplay auch ordentlich durch die Lieder auf dem Musikspieler blättern kann. Das gibts inzwischen bei allen gängigen Marken. Bei MB funktioniert es allerdings nur mit einem IPod-Modell, das man nicht mehr neu kaufen kann. Bei neueren IPod crasht die Software im Auto gnadenlos. Soll man sich nen Neuwagen kaufen und den passenden IPod dann auf EBay gebraucht ersteigern?

Daß es auch anders geht, hat dafür mein Papa an Weihnachten gezeigt: Erst hat er sich einen Samsung-Fernseher gekauft. Ergebnis: Das Teil spielt ALLES ab. Auch aus dem Internet heruntergeladene (freie!) Videos auf einem USB-Stick in MKV-Format. Da ist mir schon ziemlich der Mund offen geblieben. Beim Anschließen des BlueRay-Players wurde es dann noch besser: Nicht nur, daß man das Teil mit der selben Fernbedienung steuern kann, die Menüs des Players tauchen einfach auf dem Fernseher als Erweiterung des bestehenden Menüsystems auf. Es ist quasi nur eine weitere Video-Quelle hinzugekommen. Ah – und die Videos, die der Technisat-Receiver nicht übers Netz abspielen mag, spielt der Fernseher ohne Probleme. Auch übers Netz.

Wenn man darüber nachdenkt, wird einem so vieles klar. Und die haben Angst vor den Chinesen weil die alles nachbauen? Es könnte schlimmer kommen: Die könnten versuchen, die Probleme zu lösen…

Webseite der BNetzA down

am 26. Januar 2010 unter Wo isses Hirn? abgelegt

Ich hab das schon öfter gesehen, aber jetzt juckt es mich doch mal in den Fingern: Die Webseite der Bundesnetzagentur ist gerade down. Das ist an sich ja nichts spektakuläres, wenn da nicht ein schöner Fehlermeldungs-Dump kommen würde:

WARNING in file C:\Program Files\enid\server\lib\lib.dbconnect.php on line 55: mysql_connect() [function.mysql-connect]: Can’t connect to MySQL server on ’10.210.255.228′ (10061)

WARNING in file C:\Program Files\enid\server\lib\lib.dbconnect.php on line 94: mysql_select_db() [function.mysql-select-db]: Access denied for user ‘ODBC’@'localhost’ (using password: NO)

WARNING in file C:\Program Files\enid\server\lib\lib.dbconnect.php on line 94: mysql_select_db() [function.mysql-select-db]: A link to the server could not be established

WARNING in file C:\Program Files\enid\server\lib\lib.registry.php on line 50: mysql_query() [function.mysql-query]: Access denied for user ‘ODBC’@'localhost’ (using password: NO)

WARNING in file C:\Program Files\enid\server\lib\lib.registry.php on line 50: mysql_query() [function.mysql-query]: A link to the server could not be established

WARNING in file C:\Program Files\enid\server\lib\lib.registry.php on line 51: mysql_fetch_assoc(): supplied argument is not a valid MySQL result resource

WARNING in file C:\Program Files\enid\server\lib\lib.registry.php on line 70: mysql_query() [function.mysql-query]: Access denied for user ‘ODBC’@'localhost’ (using password: NO)

WARNING in file C:\Program Files\enid\server\lib\lib.registry.php on line 70: mysql_query() [function.mysql-query]: A link to the server could not be established

WARNING in file C:\Program Files\enid\server\lib\lib.registry.php on line 71: mysql_num_rows(): supplied argument is not a valid MySQL result resource

WARNING in file C:\Program Files\enid\server\lib\lib.log.php on line 246: mysql_query() [function.mysql-query]: Access denied for user ‘ODBC’@'localhost’ (using password: NO)

WARNING in file C:\Program Files\enid\server\lib\lib.log.php on line 246: mysql_query() [function.mysql-query]: A link to the server could not be established

WARNING in file C:\Program Files\enid\server\lib\lib.session.php on line 211: mysql_insert_id() [function.mysql-insert-id]: A link to the server could not be established

WARNING in file C:\Program Files\enid\server\lib\lib.log.php on line 246: mysql_query() [function.mysql-query]: Access denied for user ‘ODBC’@'localhost’ (using password: NO)

WARNING in file C:\Program Files\enid\server\lib\lib.log.php on line 246: mysql_query() [function.mysql-query]: A link to the server could not be established

WARNING in file C:\Program Files\enid\server\lib\lib.log.php on line 246: mysql_query() [function.mysql-query]: Access denied for user ‘ODBC’@'localhost’ (using password: NO)

WARNING in file C:\Program Files\enid\server\lib\lib.log.php on line 246: mysql_query() [function.mysql-query]: A link to the server could not be established

Diese Meldungen geben etwas mehr über den Server preis, als die Allgemeinheit erfahren sollte. Schauen wir mal:

  • Offensichtlich handelt es sich um einen Windows-Webserver…
  • Die Seite ist auf dem Content-Management-System ENID implementiert (http://www.artegic.de/eCRM/ENID_DE/Referenzen_3e.html)
  • ENID ist wiederum ein PHP-Grab (daher auch die Fehlermeldungen)
  • Als Datenbank ist im Hintergrund MySQL im Einsatz – erreichbar unter IP 10.210.255.228, Port 10061
  • Der Webserver kommt OHNE Passwort auf die Datenbank
  • Beim Aufrufen der Titelseite wird ein Schreibzugriff auf die Datenbank ausgeführt (vermutlich fürs Logging) – auch dieser Zugriff läuft ohne Passwort. Da stellt sich auch gleich die Frage, was genau geloggt wird – IP-Adressen dürfen es eigentlich nicht sein. Damit hat sich auch schon der Bundestag beschäftigt (http://www.daten-speicherung.de/index.php/bundeskriminalamt-und-ministerien-wir-speichern-doch/).
  • Der Benutzername lautet grundsätzlich (zum Lesen und Schreiben) auf “ODBC”, d.h. vermutlich kann man die komplette DB auslesen sobald man den Windows-Webserver unter Kontrolle hat – das ist mal ein richtig heftiges Risiko

Alles in Allem: Echte Vollprofis bei der Arbeit. *seufz*

O2 in Würzburg ist fertig

am 15. Oktober 2009 unter Sonstiges abgelegt

O2 scheint in Würzburg wirklich alles daran zu setzen, die Kundschaft zur Flucht zu bewegen. Nachdem ich daheim kein DSL habe, sondern stattdessen eine WLAN-Anbindung, diese aber leider letzte Nacht erfroren / abgestürtzt ist, wollte ich jetzt mit meinem UMTS-Stick ins Netz. Nur ein bißchen IRC, kein großartiger Traffic.

Nachdem mein VPN-Client dauernd mit Timeout den Verbindungsaufbau verweigerte, hab ich mal ein bißchen gepingt:

64 bytes from 132.187.1.1: icmp_seq=2452 ttl=246 time=3439 ms
64 bytes from 132.187.1.1: icmp_seq=2453 ttl=246 time=3686 ms
64 bytes from 132.187.1.1: icmp_seq=2454 ttl=246 time=3876 ms
64 bytes from 132.187.1.1: icmp_seq=2455 ttl=246 time=4336 ms
64 bytes from 132.187.1.1: icmp_seq=2456 ttl=246 time=4056 ms

…und das durchgehend über eine halbe Stunde hinweg. Der Empfang ist astrein, die Zelle steht direkt vor dem Haus. Man kann also getrost davon ausgehen, daß die Anbindungen bzw. das Backbone-Netz nicht dem Bedarf entsprechend ausgebaut wird.

Eine kurze Gegenprobe beweist es: Wenn ich den Stick zwinge, anstatt mit dem UMTS/WCDMA-Netz zu verbinden, doch lieber die alte GSM-Buschtrommel zu verwenden, gehts auch gleich viel besser:

64 bytes from 132.187.1.1: icmp_seq=3509 ttl=246 time=705 ms
64 bytes from 132.187.1.1: icmp_seq=3510 ttl=246 time=579 ms
64 bytes from 132.187.1.1: icmp_seq=3511 ttl=246 time=562 ms
64 bytes from 132.187.1.1: icmp_seq=3512 ttl=246 time=722 ms
64 bytes from 132.187.1.1: icmp_seq=3513 ttl=246 time=519 ms

Kleines Kontrastprogramm hier… Dazu muß man wissen, daß die alte 2G-Technik komplett andere Datenpfade verwendet und mit dem 3G/UMTS/WCDMA-Netz nicht viel gemein hat.

Hmpf

am 11. September 2009 unter Sonstiges abgelegt

Und wenn schon – ich mach weiter :)

Google will Inkasso für Verleger machen

am 10. September 2009 unter Sonstiges abgelegt

Nachdem praktisch die gesamte Verlegerschaft schon den Untergang der literarischen und journalistischen Kultur auf uns zukommen sahen – aufgeschreckt durch Googles New-Aggregator und das Buch-Scanner-Projekt – wirds jetzt noch eine Ecke psychedelischer.

Anstatt sich mit diesem – leider elektrisch funktionierenden – Internet etwas mehr auseinanderzusetzen und überhaupt mal zu kapieren, was für grandiose Möglichkeiten es bietet, ist das Netz aus deren Sicht ein einziger Moloch aus Raubkopierern, Free-Loadern und Kinderpornographen. Mit der Werbung verdienen andere Geld (hauptsächlich Google) und eigene Konzept gibts keine.

Jeder Versuch, auch nur ansatzweise einen gewissen Fortschritt seit Gutenbergs Bleilettern auf die Beine zu stellen, endet regelmäßig mit drakonischen DRM-Restriktionen, bei denen der Kunde eher als Feind wahrgenommen wird. Für den Kunden wiederum gibts zum gleichen Preis eher weniger: Den E-Book-Reader muß man selber kaufen, ein Buch verleihen geht nicht mehr, auch nicht, mal eben eine Kopie von einer Seite zu machen, billiger sind die E-Books auch nicht und man weiß nicht, ob man in zwei Jahren seine Dateien überhaupt noch öffnen kann. Bei schlechtem Wetter löschen einem Dienste wie Amazon dann auch mal gekaufte und bezahlte Bücher vom Gerät – die Kunden-Knebelungs-Fernsteuerung machts möglich.

Und jetzt die Lösung: Nachdem Google die Masse der Internet-Umsätze, die durch Werbung gemacht werden, abgreift und die Verlage, auf deren Seiten die Google-Suche-Treffer verlinken, davon nichts bekommen, gibt es jetzt die Idee, daß Google in Zukunft für die Verlage ein Mikro-Payment-System betreiben soll. So könnten pro gelesenem Artikel ein paar Cent vom Leser an den Verlag überwiesen werden. Unsere Banken haben ja auch in den letzten zehn Jahren nicht kapiert, daß 30 Cent Bearbeitungsgebühr im Internet nicht wirklich Sinn machen wenn der zu bezahlende Posten irgendwo in der Größenordnung von fünf Cent liegt. Ein billigeres System für Überweisungen will dort aber auch keiner bauen.

Konkret heißt die Zusammenarbeit zwischen Verlagen und Google jetzt aber, daß der Konzern jetzt neben der totalen Datenkrake, die er sowieso schon ist, und dem Umsatz-Abgreifer, als den die Verlage ihn begreifen, auch noch zur Bank aufsteigen soll. Natürlich nicht, ohne an den generierten Umsätzen doch wieder einen ordentlichen Teil einzukassieren – von 30% ist die Rede. Wie irre gehts eigentlich?

Goodbye O2

am 06. September 2009 unter Sonstiges abgelegt

Ich bin seit Urzeiten (so ca. seit 2001) Kunde bei O2 bzw. damals noch Viag Interkom. Da ich bei Abschluss meines Genion-Vertrags an einer Zellgrenze wohnte und die Homezone kam und verschwand wie sie wollte, wurde die Homezone irgendwann vom Kundendienst so freigeschaltet, daß ich praktisch in ganz Würzburg Home-Empfang hatte. Zusammen mit dem Studententarif war das wirklich gutes und bezahlbares Telefonieren.

Daß das Netz hin und wieder gezickt hat und Gespräche durchaus mal abgeworfen wurden, schien mir nur fair – ich hätte ja auch für ca. das doppelte Geld einen Vertrag bei einem der großen Anbieter nehmen können.

Vor ein paar Monaten habe ich dann zu meinem Uralt-Vertrag auch noch das Internet-Pack-L gebucht und damit im Prinzip meinen Telefon- und Internetbedarf gedeckt. Auch hier wäre wieder die Alternative gewesen, bei einem der großen Anbieter für mehr als 30% mehr nur 5GB anstatt der 10GB Traffic zu bekommen, aber in Würzburg ist das O2-Netz gut ausgebaut.

Bis ca. vor einem Monat. Irgendwann in der Zeit muß bei O2 wohl jemand eine grandiose Marketing-Aktion gestartet haben, die massenweise neue Benutzer mit UMTS ins Netz lockt.

Meine zuständige UMTS-Zelle kann ich praktisch vom Fenster aus sehen – der UMTS-Stick zeigt HSDPA an und ein HTTP-Download läuft so ca. mit 10kByte/s. Ziehe ich das gleiche File über SSH, kommt es mit 20-30kByte/s. Pinge ich den Server, kommt die Antwort nach ca. 110ms – das dürfte knapp am technischen Minimum liegen. SSH-Latenz ist optimal, HTTP ist gähnend träge. Sobald ich eine VPN-Verbindung aufbaue, wird auch HTTP so schnell wie SSH vorher.

Es ist offensichtlich, daß O2 versucht, mit Traffic-Shapern, etc. das Netz gerade so am Laufen zu halten. Geschäftskunden, die latenzkritische Protokolle benutzen, werden ordentlich bedient – alle anderen haben gelitten. Hauptsache nicht das Netz ausbauen müssen und sich um die digitale Dividende kloppen. Ich frag mich, wie die das Geld für die Versteigerung aufbringen wollen – aber dazu wirds bald einen langen, richtig bösen Artikel geben.

Was O2 angeht: Klarmobil macht auf den ersten Blick ein billigeres Angebot und benutzt das D1-Netz. Von dem weiß ich, daß es ordentlich gebaut ist :)